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So viele Menschen ohne Plan B

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Die Diktatur der Möglichkeiten

Jetlag

 

Das Morgenlicht hebt Wahrheit unter meine Decke

Wo bist Du, wenn ich nicht bei Dir bin

Deine Haut war gestern.

Gestern.

Gestern war heute ein nichts

​

Sometimes ...

Jeder hat Recht.

Und plötzlich treffe ich auf dieser Party eine alte Kollegin. Ein kleiner  Moment des Zögerns, eine kurze, aber doch spürbare Unsicherheit, was man sich denn sagen soll nach all der Zeit. Doch dann finden wir ins Gespräch, und es fühlt sich exakt so an wie vor all den Jahren. Die Rollen, die wir einst verteilt hatten, scheinen die Zeit unbeschadet überdauert zu haben.

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Größe: Etwas nicht können, und es  zugeben.

Hinter ihren Mauern sind die Menschen so verdammt menschlich.

Mann in der U-Bahn gesehen. Er trug eine DDR-Uniform.

Heute im Einkaufszentrum ist die „Maskottchenparade“ zu Gast, eine Ansammlung lebensgroßer Comicfiguren. Winnie Puuh und Biene Maja, Benjamin Blümchen und Super Mario. Die Maskottchen touren gemeinsam durchs Land und sorgen für gute Laune auf Stadtfesten oder bei Möbelhausevents.

Ich stelle mir vor, welche Menschen unter den Kostümen stecken. Wie sie abends an der Hotelbar sitzen und frustriert über ihrem Whiskey brüten. Wie Felix der Hase abends das Monchichi fickt und sich beide am nächsten Tag nicht mehr in die Augen sehen können. Wie sich Captain Sharky und das Minion so sehr hassen, dass sie sich selbst bei Auftritten – wenn sie sich unbeobachtet wähnen – anrempeln oder das Bein stellen. Der kalte Frust hinter dem festgefrorenen Grinsen der Kostümierung. Vielleicht gibt es unter den Maskottchen sogar welche, die Kinder hassen.

„Du hast Dich aber überhaupt nicht verändert!“ Soll das ein Kompliment sein?

Ideen

 

  • Frau, die sich Zähne extrem weiss färbt, niemand kann mehr hinsehen

 

  • Mann reist um die Welt. Hat das Bedürfnis, immer weiter weg zu kommen. Was ist, wenn ich jetzt gerade in diesem Augenblick in Sydney die Liebe meines Lebens treffen würde?

 

  • Mann, der Blindtext schreibt (Sinnlosigkeit des Lebens)

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Taking it easy is a full-time job (Squirrel Flower)

Bodigs Tag

 

„So sehe ich die Welt“, dachte Bodig, als er sich nach der morgendlichen Dusche seine Brille aufzog. Im Treppenhaus begegnete ihm sein Nachbar Bodig, freundlich grüßte er und auch zurück. Wie jeden Morgen holte sich Bodig noch Brötchen bei Bäcker Bodig – dort schmeckten sie ihm besonders gut.

Als er später die Zeitung durchblätterte, fiel ihm auf, dass Bodigs neuer Gesetzentwurf Bodig nicht entlasten würde. Es war Zeit, zur Arbeit zu gehen. Wie immer nervte ihn sein Chef Bodig.

Doch als er am Abend ins Bett fiel, fühlte er sich auf eine unauffällige, aber eigentümliche Weise zufrieden.

neues Wort: swup

Gespräch zweier Jugendlicher: „Ich finde Realität voll faszinierend.“

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In wie vielen Büchern, Liedern und Filmen wurden die ewig gleichen Geschichten schon erzählt?

Der Halleysche Komet

 

Sich die Freiheit nehmen, sich Zeit zu nehmen

Wie wunderbar muss das sein?

 

Der Halleysche Komet erscheint nur alle 75 Jahre

Nur einmal durch die Umlaufbahn

Nur eine Stippvisite zur Erde

 

Wie klein doch alles erscheinen muss

Von da oben, aus der Ellipse

Tschüss Halley, mach’s gut

Wir werden uns wohl nicht wiedersehen

Wer suchet, der findet. 

Zumindest sich selbst.

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VERSAND

WELTWEIT

Die Frau, die mich nach der Uhrzeit fragt, um ein wenig menschliche Wärme zu spüren.

???

Ein Mann schlägt sein rechtes Bein über sein linkes. Eine Fliege setzt sich auf den Rand eines Limonadenglases.

Die Zahl Pi

 

Wie lange wollen wir noch leben?

Möglichkeiten ergründen

Nur zu atmen ist nicht genug

Die Zahl Pi hat unendlich viele Stellen

Wo sind eigentlich all die einsamen Menschen? Im Kino, im Theater. Im Konzert, im Museum. Im Schwimmbad oder im Restaurant. Überall sehe ich nur Menschen, die mit Menschen reden. Ich frage mich, wo in diesen Augenblicken die Einsamen sind.

Get out!

Es war eine Zeit, in der die Zeit unendlich war. Phil liebte Emmy, und Emmy liebte Phil. Das war genug, um die Unendlichkeit zu füllen. Dabei benutzten die beiden selbst das Wort Liebe nicht. Es wäre viel zu bedeutungsvoll gewesen, zu schwer für diesen leichten Sommer, diesen einen Sommer, aus dem die Unendlichkeit bestand. Freundschaft hätten sie das tiefe Band zwischen ihnen vielleicht genannt, Verständnis oder auch Seelenverwandtschaft. Aber könnte das den Moment beschreiben, als Phil Emmy unter dem schwedischen Sternenhimmel küsste? Würde das die Tränen erklären, die Emmy vergoss und die Phil niemals sah? Worte reichen eben oft nicht aus, und es gab ja auch keinen Grund, mit Worten zu zerpflücken, was im Herzen längst eine Selbstverständlichkeit gefunden hatte, ein warmes Wissen, das noch zart und frisch und doch so stark war, dass Worte daran nur abprallen konnten. Es war Liebe. Die stürmische Art der Liebe, die keine Kompromisse kennt und keine Fragen stellt. Und deshalb mit voller Geschwindigkeit auf jeden Abgrund zurast, der sich ihr eröffnet. Die blinde Art der Liebe, die nicht merkt, ja nicht merken will, dass sie nur das dunkle Tuch von den Augen nehmen muss, um zu sehen. Doch sehen bedeutet erkennen. Und wer will das schon? Denn wo die Liebe hinfällt, ist der Tod längst schon da. Die Liebe kommt plötzlich und überfallartig, der Tod langsam und bestimmt. Emmy hatte dies wohl geahnt. Und doch ließ sie sich auf alles ein, was mit ihr und Phil geschah. Wahrscheinlich muss man das Romantik nennen.

Entwurf für einen Kitschroman

In der Kampfzone

 

Du, ich, er, sie, wir, ihr

Ach, wie bin ich es leid!

Nur einmal für eine Sekunde ruhen

Nur einmal kurz die Augen schließen

In Erwartung des Schlages

Es gibt ungefähr 10 Milliarden Möglichkeiten, was ich als nächstes tun könnte.

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